Blumen am Boden, Sterne hoch
am Himmel —
Blumen leuchten bei Tag, bei Nacht die Sterne;
Blumen verblühn, Sterne sind unvergänglich,
Menschlich gesehn — und strahlen aus der Ferne.
Der Geist, die Seele — Lieder in der Zeit;
Darüber Schweigen — Sang der Ewigkeit.
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Zwei
Seiten hat die Einheit: Einzigkeit
Im grenzenlosen Raum der Möglichkeit;
Dann Einung, Selbigkeit — das tiefste Innen,
Wo Möglichkeiten in das Eins zerrinnen. |
Im Reinen Sein war eine
Möglichkeit,
Die sprach: Gib mir das Dasein in der Zeit.
Das Dasein ward erfüllt, da war mein Ich;
Ich sprach: Du bist mein Gott, nun führe mich.
Gott sprach zu mir: du bist mein Ebenbild,
Und du bist frei; zum Wege sei gewillt —
Zum Weg zu Mir; dies ist des Daseins Sinn.
Ich sah, dass ich der Gottheit Spiegel bin.
Ursein, Sein, Dasein, Ich — dem Höchsten zu;
Zum Herzensgrund jenseits von Ich und Du.
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Es kommt mir immer
wieder in den Sinn
Wie Tiruválluvar den Tempel schaute,
Von fern; als Paria durft er nicht hinein —
Er hört des Gottesdienstes ferne Laute.
Das kleinste Zeichen, das an Gott uns mahnt,
Ist ungleich mehr, als was die Seele ahnt. |
Die schönsten Dinge,
die der Höchste schuf,
Sind die Natur, die Dichtung, die Musik,
Das Weib; dann auch das Heiligtum, der Ort —
Von Menschenhand — wo blüht des Geistes Glück.
Musik, Dichtung und Weib — nach Platos Lehren
Das Edelste, was du kannst sehn und hören;
Halb Erde und halb Himmelswelt. Das Weib:
Der Seligkeiten gottgeschaffner Leib.
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So wie ein Mühlrad
sich am Tage dreht
Und nach getaner Arbeit stille steht,
So ist es mit dem Spiele der Gedanken —
Schweig still zur rechten Zeit, um Gott zu danken. |
Ich nehme meine Zuflucht
zu Gott
Vor der Welt und vor der Seel;
Denn was ich sollt, ich kann’s nicht sein —
Nur das Selbst ist ohne Fehl.
Gott sagte gleichsam, als Er uns,
Die Erdenmenschen, schuf:
Seid, was ihr seid; denn was Ich will
Ist hören euren Ruf.
Zweierlei muss der Mensch gleichzeitig sein:
Im Geiste groß, im Erdenspiele klein.
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Tantrischer Tanz:
ihr wähnt, er sei nur sinnlich-irdisch,
Nicht geistig-himmlisch; beides jedoch ist verwoben.
Die nackten Tänzerinnen danken ihrem Gott —
Und so die Zeugen, die des Schönen Schöpfer
loben
Beim Schauen dieser gottgeschaffnen Pracht.
Verinnerlichend ist der Schönheit Macht.
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Was ist der Mensch? Zuerst:
er ist das Wissen:
Des Geistes Licht hat Mâyâs Trug zerrissen.
Sodann: des Menschen Wesen ist die Tat —
Wohl dem, der Gottes Wort gefunden hat.
Und dann: des Menschen Wesen ist der Glaube —
Die Seele keltert der Erlösung Traube.
Schlussendlich möchte ich die Selbstheit nennen:
Im Herzen soll der Mensch das Sein erkennen.
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Die
Wahrheit und die Schönheit gehn zusammen:
Was göttlich wahr ist, strahlet Schönheit aus;
Das Schöne, Edle, ist der Wahrheit Zeuge;
Das Heilige ist Gottes Blumenstrauß.
Der Tor nur sieht nichts Schönes in der Lehre,
Und gibt der Schönheit nicht der Weisheit Ehre.
Man könnt der Schönheit Rechte übertreiben
—
Man soll sie nicht als hohlen Trug beschreiben. |
Wie kannst du Kleinlichkeiten
ganz vermeiden
In einer Welt, die dich zum Kleinen zwingt?
Sieh zu, dass du im Kleinkram wacker bleibst,
Bis dir der Allerhöchste Bessres bringt —
Bis Er dich dran erinnert, dass die Größe
Des Gottbewusstseins, das im Herzen klingt,
Dich freispricht von des Alltagsrummels Blöße.
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Ich
bin die große Stille nach dem Tosen,
Nach Weltmeers wildbewegter Melodie —
Sprich: Friede, Friede; Herz, du bist das Selbst —
Om, Shânti, Shânti; Aham Brahmâsmi. |
Jenseits von Gut und Schlecht
sei Gottes Geist —
In Ihm sei nicht das Gute, nicht das Schlechte.
Nicht so. Wohl ist Gott ohne Widerspruch;
Doch dies bedeutet: Er ist alles Rechte.
Ja ist nicht bloßer Gegensatz des Nein —
Ja ist an sich, es ist das Reine Sein.
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Kunstschönheit
ist eine kosmische Macht,
Die gar oft hat den Himmel zur Erde gebracht.
Der Mensch, der ihr dient, mag wohl ungeistig sein —
Für Andere fließt der verinnernde Wein.
Ich denk hier vor allem an die Musik —
Sie bringt Weise zum eigenen Herzen zurück. |
Sagst du „Gewissheit“,
denkst du an die Tiefe
In deiner Brust; sagst du „Erhabenheit“,
Denkst du an Himmelsweite in der Stirne —
An Schweigen, Schweben im Gebiet der Firne.
Das Unbedingte; die Unendlichkeit.
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Es
grüßt der helle Tag — strahlende Sonne,
Wandernde Wolken, dann die Erdendinge
In Ruhe und Bewegung — auf der Klinge
Der Möglichkeit.
Dann
kommt die stille Nacht:
Unendlichkeit mit ungezählten Sternen
Im schwarzen Raum, in Gottes tiefsten Fernen.
Heilige Nacht, die auf den Tag sich legt —
Schweigen des Herzens, so die Andacht hegt. |
Er ist der Jagadguru bei
den Indern;
Er ist der Qutb — der Pol — bei den Moslemen.
Gar mancher Sucher möchte seinen Weg
Zu diesem Meister aller Meister nehmen.
Sein hohes Wort ist himmlischer Natur;
In mancher Lehre leuchtet seine Spur.
Wo er wohl wohnt, der Weise aller Welt?
Er wohnt im Geiste, den der Herr gewählt.
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O
beata Solitudo, o sola Beatitudo —
Spricht Sankt Bernhard. Man kann sagen,
So man diesen Tausch darf wagen:
O beata Certitudo, o certa Beatitudo! |
Sie denken, diese Welt sei
voller Süße,
Dieweil der Weise in Entsagung stöhnt
Und Finsternis; da würd man nimmer finden
Das goldne Paradies, das man ersehnt.
Was Geistes Nacht ist, sieht der Weltmensch nicht —
Dass Laylâ tanzt in einem Kranz aus Licht.
Das tiefste Herz enthält den heilgen Schrein,
Die nackte Göttin, und die Schale Wein.
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