AUSZÜGE AUS BAND 1

(Adastra, Stella Maris)



Ad astra — zu den Sternen — ist der Weg;
Adastra ist der Name, den ich wähle.
Mein ist der Sternenweg, und ich bin sein —
Kristall der Wahrheit und Musik der Seele.

Lichtinseln in der weiten, kalten Nacht:
Ich meine, tausendmal mein Herz zu sehen.
Weit und doch nah ist unser Weg zum Selbst —
Zur letzten Seligkeit in Gottes Höhen.




Bei Gott, dem Höchsten Gut, bist du geborgen.
Des Bösen Werk ist eitel Trug und Schein.
So lass den Kummer, mach dir keine Sorgen.
Sei du bei Gott, und Er wird bei dir sein.

Nie sollst du deinen Blick vom Einen wenden;
Es ist des Lebens Zweck und Sinn.
Das Weltgetriebe ist in Gottes Händen
Und nicht in deiner Macht; schau du nicht hin.

Zuerst Ergebenheit, dann Gottvertrauen;
Der Weg zu Gott ist nicht so weit.
So magst du, Seele, in die Zukunft schauen —
Und in das Licht der Ewigkeit.



Gebet aus Stein: dies ist das hohe Münster,
Das Innre lang und feierlich und finster —
Ein Fenster, wo das Licht sich bunt zerteilt;
Und Andacht, die vor goldnen Bildern weilt.

Des Islams Bethaus, bilderlos und schlicht —
Nach Mekka strebt der Frömmigkeit Gesicht;
Man steht und betet, Mann an Mann gereiht,
Im Duft des Glaubens, der Ergebenheit.

O Heiligtum jungfräulicher Natur:
Kein Stein, kein Teppich; Wald und Wiese nur,
Und Bergeshöhe, Sonne, tiefe Nacht —
Allüberall die Allerhöchste Macht.

Ein Heiligtum, das Gott uns hat gegeben:
Es ist nicht Fernes, es ist nahes Leben;
Wo sind die Höhen, wo die Götter thronen?
Im Leib des Menschen will die Gottheit wohnen.


Die Wahrheit ist die feste Burg;
Im Wahren sollst du wohnen.
Beim Morgengrauen denke dran;
Der Abend wird dir’s lohnen.
Der Erdenkram, der macht dich schwer
Mit eitlem Traumgewebe.
Die Seel ist müd; der Geist ist wach,
Dass er nach Oben schwebe.



Das Weltmeer, mit dem Guten und dem Bösen,
Der Erdenkram mit seiner falschen Fülle
Und seinem Lärm; wer kann das Rätsel lösen?
Sei ruhig, Herz; steh du in Gottes Stille.
Nicht weltlich ist, was unterm Himmelszelt
Von Eden zeugt; dass sich dein Geist nicht quäle:
Das Schöne ist nicht ganz von dieser Welt.
Es ist von Gott zu Gott — wie deine Seele.



Ein Lied erklingt so tief in meiner Seele,
Als ob es mir von Lieb und Leid erzähle —
Dieweil im Abendrot die Sonne sank,
Des müden Tages letzter, goldner Trank
Am Rand der Nacht. Kein Schlummer kommt zu mir;
Nur jenes Lied — von Liebe und von dir.
Und gebe Gott, dass alles Ihn verkünde —
Dass alles in die Gottesliebe münde.




So ist des Mannes, so des Weibes Wesen;
Des Mannes Seele liebt Unendlichkeit —
Das unerschöpfliche Geheimnisvolle,
Welches das Weib verkörpert; Seligkeit.

Des Weibes Seele strebt zum Unbedingten —
Zum Absolutum, das vom Einen zeugt;
Weisheit und Kraft, dazu Gesinnungsgröße
Und Edelmut, der sich zum Weibe neigt.

Gar manches Schöne ließe sich noch sagen —
Genug, dass wir’s in unsren Herzen tragen.



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